• Hotelgeschichte

    Wie alles seinen Anfang nahm.

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Jede Geschichte hat ihren Anfang. Unsere beginnt im Jahr 1611, als die Familie Weißer die Rindenmühle übernahm. Seit jener Zeit hat sich einiges gewandelt.


Hartes Brot ist nicht hart – gar kein Brot ist hart! Dies war sicherlich der Grundgedanke, weswegen die Müller und Wirte draußen auf dem Lande im Mittelalter als die Einflußreichsten galten. So trifft dies auch in der Stadt Villingen zu. Hier lebten die Müller nach einem besonderen Recht, dem „Müller-recht“. Obwohl außerhalb der Stadt liegend, galten sie nicht als Ausbürger, sondern als Vollbürger, und der Boden der Villinger Mühlen wurde behandelt wie wenn er in der Stadt gelegen hätte, obwohl er bis zum 16. Jahrhundert unter der Gerichtsbarkeit der Grafen zu Fürstenberg stand. Die außerhalb der Stadt wohnenden Müller (Korn-, Öl-, Rinden- und Sägmüller) gehörten zu der bedeutenden Bäkkerzunft. Die gewöhnlichen Bürger durften damals nur im Mantel und Hut vor dem Rat der Stadt erscheinen, dem Müller war es allein gestattet, in seiner Arbeitskleidung, dem Sack unter dem Arm, vor den Rat zu treten.

Im Jahre 1358 erließ der Rat der Stadt eine Mühlenordnung, eine der ältesten des Landes;
darin wird u. a. bestimmt, daß jede Mühle nur zwei Teilhaber haben darf. Jeder Müller und Mahlknecht musste vor dem Mahlen schwören, nicht mehr zu nehmen, als ihren bestimmten Lohn; auch die Frau des Müllers musste schwören. Damals bestand auch eine Aufsichtsbehörde. Zwei Beamte wurden am Tag der Sonnwende bestellt, sie mussten schwören, alle Verstöße gegen die Müllerordnung zu rügen, später heißen sie Zargenbesetzer. In der Mühlenordnung wird die Größe der Zargen festgelegt. Auch die Viehhaltung der Müller wird bestimmt. Eine Mühlenordnung vom 19.10.1680 verbietet den Müllern den Verkauf von Weißmehl und Grieß, sie verlangt, daß der Müller „gute Knechte anstelle und keine Roßbuben, die nur zum Schaden mit ander Leut gut umgehen“. Der Müller darf keine Mastschweine halten und nur ein Mutterschwein und zwei Schweine im Jahr. Vom Geflügel ist ihm erlaubt: ein Guller und zwölf Hennen, Gänse und Enten zu halten ist ihm verboten.
Die Zahl des erlaubten Großviehs wird für jeden durch Protokoll festgelegt. „Wenn einer mehr Rosse hält als durch das Protokoll erlaubt, so muss er für jedes dieser Rosse zwei Kühe wegtun, zwei Schafe gelten für eine Kuh“. Immer wieder hatten die Müller gegen jene
Beschränkung ihrer Viehhaltung angekämpft, die der Rat verfügt hatte.

1611-1860 Rindenmühle der Rotgerberzunft, ab 1860 Getreidemühle, heute Inhaber Franz Weißer, Mühle am Kneippbad. Einst wurden in der Rindenmühle Mehl und Gerbstoffe für feinste Leder hergestellt. Seit 1611 ist die Rindenmühle im Besitz der Familie Weißer. Die Mühle wurde Anfang 1700 in eine Getreidemühle umgebaut, das Wasserrad und die mechanischen Geräte aus dieser Zeit, vorwiegend aus Holz gebaut, sind noch vorhanden. Heute wird die Mühle für umweltfreundliches
Energiemanagement genutzt. Die Wärme wird mit Pellets aus den heimischen Wäldern, der Strom mit
Wasserkraft und Photovoltaik gewonnen. Zwei Blockheizkraftwerke mit Wärmerückgewinnung schont die Ressourcen der Natur. Seit 1989 wird das ehemalige Gehöft als Hotel und Restaurant geführt.